9.2.2019

Gemeinsam stark für die Patienten am Niederrhein: Im Netzwerk für mehr Lebensqualität

 

Gut 100 Ärzte und Zahnärzte vom Niederrhein besuchten am 09. Februar eine gemeinsame Fortbildung zu Bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrosen in Geldern und nutzten die Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch.

 

Bei Skeletterkrankungen wie Osteoporose und bei malignen Knochentumoren kommen häufig Medikamente zum Einsatz, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen. Bisphosphonate oder der monoklonale Antikörper Denosumab vermindern als antiresorptive Substanzen über eine Hemmung der Osteoklasten-Aktivität den Knochenabbau im Körper. Sie sind im Allgemeinen gut verträglich, jedoch wurden vor gut 15 Jahren die ersten Fachinformationen über eine Osteonekrose des Kiefers als Nebenwirkung in Zusammenhang mit der Gabe dieser Medikamente bekannt. Ärzte wie Zahnärzte sind gleichermaßen an der Versorgung dieser Patienten beteiligt und an einer abgestimmten Behandlung interessiert.

 

Daher veranstalteten die IZN (Initiative der Zahnärzte am Niederrein) e.V. und die niederrheinischen Kreisstellen der Ärztekammer Nordrhein im Februar in Geldern eine gemeinsame Fortbildung für Ärzte und Zahnärzte, um den Wissensaustausch untereinander zu fördern und Strategien zur Vorbeugung und Behandlung der durch Bisphosphonate und Denosumab ausgelösten Kiefernekrosen zu entwickeln. Dass der Wunsch nach stärkerer Vernetzung am Niederrhein vorhanden ist, zeigten die über 100 Besucher der Fortbildung, die von der 1. Vorsitzenden der IZN e.V., Dr. med. dent. Nicole Hilgers, und dem Vorsitzenden des Kreisstellenvorstandes Kleve der Ärztekammer, Dr. med. Wolfram Althoff, als Pilotprojekt für die Region konzipiert worden war.

 

Als einen der wichtigsten Begleitfaktoren der Pathogenese von Kiefernekrosen bei der antiresorptiven Medikation nannte der aus Wiesbaden angereiste Referent, Mund-Kiefer-Gesichtschirurg Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Infektionen im Mundraum, wie die marginale Parodontitis. Aber auch rezidivierende Prothesendruckstellen oder Zahnverlust sind mit der Osteonekrose des Kiefers assoziiert. Es gelte daher Risikopatienten zu identifizieren und frühzeitig zum Zahnarzt zu überweisen. Es sei ratsam, sich in der Anamnese konkret auf die Suche nach Antiresorptiva zu konzentrieren, da sie den häufigsten Auslöser von Kiefernekrosen darstellten.

 

Risiken reduzieren, Lebensqualität erhöhen

 

Wird der Patient mit einer bereits länger bestehenden Kiefernekrose zum Chirurgen überwiesen, sind meist aufwändige Operationen notwendig, um den Kieferknochen und damit auch die eigenen Zähne zu erhalten. Deswegen komme es bereits zu Beginn der Behandlung mit antiresorptiven Medikamenten auf eine effektive Prophylaxe und auf eine rechtzeitige Einleitung der Therapie an.

 

Im Dezember 2018 wurde die zweite Fassung der S3-Leitlinie „Antiresorptiva-assoziierte Kiefernekrose (AR-ONJ)“ von über 40 beteiligten wissenschaftlichen Fachgruppen verabschiedet. Dies bedeutete eine Konsensfindung zwischen verordnenden Ärzten, betreuenden Zahnärzten und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, wie Grötz als Koordinator der Leitlinie hervorhob.

 

Oft ist die Behandlung mit Antiresorptiva für die Betroffenen alternativlos und sogar lebensrettend. Die Information und die interdisziplinäre Kooperation der behandelnden Ärzte und Zahnärzte tragen erheblich dazu bei, die damit verbundenen Risiken der Kiefernekrose und die häufig empfundene Beeinträchtigung der Lebensqualität zu vermindern und eine patientenindividuelle Behandlungsstrategie im Kontext der Grunderkrankung zu entwerfen. Aber auch der Patient ist Teil des Teams und entscheidend am Therapieerfolg beteiligt, indem er beispielsweise die empfohlenen Kontrollbesuche beim Zahnarzt einhält und auf seine Mundhygiene achtet, um das Entzündungsrisiko zu verringern. Grötz brachte das Fazit der Podiumsdiskussion auf den Punkt: „Die Behandlung von Patienten mit Antiresorptiva setzt ein Netzwerk der beteiligten Fachgruppen voraus – dies ist ein Netz, das den Patienten auffängt.“

 

 

Mi 30.05.2018

 

Neuer Behandlungsstuhl und zahnärztliches Instrumentarium für das Berufskolleg in Goch

 

Dr. Frank Jakobi testet als erster den zahnmedizinischen Behandlungsstuhl, der nun im Klassenraum in Goch steht. Um ihn herum stehen Dr. Hans Rommen, Hildegard Horn, Dr. Nicole Hilgers, Petra Veldkamp, Petra Ossmann, Alexe Reudenbach, Carola Baumann, Dr. Rüdiger Heiß (von links nach rechts).

 

 

Bildungsgangleiterin Carola Baumann freut sich auch über die neuen Instrumente, die die Regionalinitiative „ Initiative der Zahnärzte am Niederrhein“ (IZN) gestiftet hat.

 

Die angehenden Zahnmedizinischen Fachangestellten können in Zukunft noch praxisorientierter lernen. Zahnarzt Dr. Frank Jakobi, Vorstand IZN, hat einen funktionstüchtigen Behandlungsstuhl geschenkt. Für den Praxisbetrieb hat er ausgedient, am Schulstandort in Goch ist der zahnärztliche Behandlungsstuhl aber eine Bereicherung im Unterricht. Die Vorstandsmitglieder der IZN haben beim Abbau des alten Stuhls und Transport des neuen selbst Hand angelegt. Das war zwar nicht besonders rückenschonend, aber sehr hilfreich. Die Firma Ely-Dental hat ihn kostenfrei angeschlossen. „Damit können unserer Berufsschüler in Goch viel über ergonomische Liegepositionen und rückenschonende Haltung lernen. Wir können unsere Schüler noch praxisorientierter ausbilden und mit neuen Instrumenten gezielt auf die Abschlussprüfung vorbereiten", freut sich Carola Baumann, Bildungsgangleiterin der Zahnmedizinischen Fachangestellten am Berufskolleg Kleve.
Spiegel, Sonde, Pinzette Zangen Middeldorp -und Langenbeck-Haken und sonstige auch prüfungsrelevante Instrumente sind von der IZN gespendet ins Berufskolleg gewandert. Möglich gemacht hat die Spende der Kontakt zur Initiative der Zahnärzte am Niederrhein (IZN) mit dem Berufskolleg Kleve: "Die Zusammenarbeit mit den Betrieben ist eng und klappt sehr gut", sagt Baumann. In der Regionalinitiative sind 109 von 150 Praxen vertreten. Viele der Betriebe bilden aus und schicken ihre Auszubildenden nach Goch. Im Moment absolvieren hier rund 120 Berufsschüler die Ausbildung.

 

Bildungsgangleiterin Carola Baumann freut sich auch über die neuen Instrumente, die die IZN gestiftet hat

Schwerstarbeit!

Der Abtransport des alten Stuhls . . .

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Aufbau des "neuen" Behandlungsstuhls

:-)

Dr. Frank Jakobi testet als erster den zahnmedizinischen Behandlungsstuhl